Brüche multiplizieren: Die komplette Anleitung

Das Multiplizieren von Brüchen ist eine der grundlegenden Rechenoperationen der Mathematik: Du multiplizierst dabei Zähler mit Zähler und Nenner mit Nenner – ohne gemeinsamen Nenner, ohne komplizierte Umformungen. Diese Regel gilt universell, ob du zwei einfache Brüche, gemischte Zahlen oder ganze Zahlen miteinander verknüpfst. Wer dieses Prinzip einmal wirklich verstanden hat, löst entsprechende Aufgaben schnell, sicher und fehlerfrei.

Kurz zusammengefasst: Brüche multiplizieren bedeutet: Zähler mal Zähler, Nenner mal Nenner – fertig. Du brauchst keinen gemeinsamen Nenner. Das Ergebnis lässt sich anschließend durch Kürzen vereinfachen, was die Rechnung übersichtlicher macht.
Wichtiger Hinweis: Viele Schüler verwechseln die Rechenregeln für Addition und Multiplikation von Brüchen. Beim Addieren brauchst du zwingend einen gemeinsamen Nenner – beim Multiplizieren ist das ausdrücklich nicht nötig und wäre sogar falsch.

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

  • • Zähler mal Zähler, Nenner mal Nenner – das ist die einzige Grundregel beim Brüche multiplizieren.
  • • Gemischte Zahlen müssen vor dem Multiplizieren immer in unechte Brüche umgewandelt werden.
  • • Kreuzweises Kürzen vor der Rechnung spart Zeit und verhindert große, unübersichtliche Zwischenergebnisse.

„Das Multiplizieren von Brüchen ist der Einstieg in algebraisches Denken. Wer begreift, warum Zähler und Nenner separat multipliziert werden, entwickelt ein fundamentales Verständnis für Strukturen in der Mathematik – und dieses Fundament trägt ein Leben lang.“ – Prof. Dr. Markus Eichler, Experte für Mathematikdidaktik und Schulpädagogik.

Was bedeutet es, Brüche zu multiplizieren?

Brüche multiplizieren bedeutet, zwei oder mehr Bruchzahlen durch eine einzige Operation zu verknüpfen. Das Ergebnis gibt an, welcher Anteil eines Anteils gemeint ist – zum Beispiel: die Hälfte von einem Drittel.

Ein Bruch beschreibt immer einen Teil eines Ganzen. Wenn du zwei Brüche miteinander multiplizierst, fragst du im Grunde: „Wie viel ist ein Anteil eines anderen Anteils?“ Zum Beispiel bedeutet ½ × ⅓ die Hälfte von einem Drittel – also ein Sechstel. Diese intuitive Vorstellung hilft dir, das Ergebnis immer grob zu überprüfen.

In der Mathematik gehört die Multiplikation von Brüchen zum Themenfeld der rationalen Zahlen. Sie wird ab der 5. oder 6. Klasse eingeführt und bildet die Basis für spätere Themen wie Prozentrechnung, Algebra und Analysis. Das Verständnis dieser Operation ist deshalb nicht optional – es ist grundlegend.

Welche Grundbegriffe musst du vor dem Multiplizieren von Brüchen kennen?

Vor der Multiplikation von Brüchen musst du die Begriffe Zähler, Nenner, Bruchstrich, echter Bruch, unechter Bruch und gemischte Zahl sicher beherrschen. Diese Begriffe sind das Handwerkszeug jeder Bruchrechnung.

Ohne diese Grundbegriffe fehlt dir das Vokabular, um Rechenregeln korrekt anzuwenden. Hier ein kompakter Überblick:

  • Zähler: Die Zahl oberhalb des Bruchstrichs. Sie gibt an, wie viele Teile vorhanden sind.
  • Nenner: Die Zahl unterhalb des Bruchstrichs. Sie gibt an, in wie viele gleiche Teile das Ganze aufgeteilt wurde.
  • Bruchstrich: Das Trennzeichen zwischen Zähler und Nenner. Er entspricht einem Divisionszeichen.
  • Echter Bruch: Der Zähler ist kleiner als der Nenner, z. B. ¾. Der Wert liegt zwischen 0 und 1.
  • Unechter Bruch: Der Zähler ist größer oder gleich dem Nenner, z. B. 7/4. Der Wert ist ≥ 1.
  • Gemischte Zahl: Kombination aus ganzer Zahl und echtem Bruch, z. B. 2½. Muss vor dem Multiplizieren umgewandelt werden.
  • Kürzen: Zähler und Nenner durch ihren größten gemeinsamen Teiler (ggT) dividieren, um den Bruch zu vereinfachen.
Expert Insight:

Der Nenner eines Bruchs darf niemals 0 sein. Division durch null ist in der Mathematik nicht definiert und führt zu einem unzulässigen Ausdruck. Diese Regel gilt auch nach der Multiplikation: Sollte das Nenner-Produkt theoretisch 0 ergeben, ist die Aufgabe fehlerhaft gestellt.

Wie multipliziert man zwei einfache Brüche miteinander?

Um zwei einfache Brüche zu multiplizieren, multiplizierst du die Zähler miteinander und die Nenner miteinander. Das Ergebnis dieser beiden Produkte bildet den neuen Bruch. Kürze das Ergebnis abschließend, falls möglich.

Die Regel lautet formal: (a/b) × (c/d) = (a × c) / (b × d). Das ist alles. Kein gemeinsamer Nenner, kein Erweitern – einfach direkt multiplizieren.

Schritt-für-Schritt-Beispiel: ²⁄₃ × ³⁄₅

  1. a) Zähler multiplizieren: 2 × 3 = 6
  2. b) Nenner multiplizieren: 3 × 5 = 15
  3. c) Ergebnis aufschreiben: 6/15
  4. d) Kürzen: ggT(6, 15) = 3 → 6 ÷ 3 = 2, 15 ÷ 3 = 5 → Endergebnis: 2/5
Aufgabe Zähler × Zähler Nenner × Nenner Rohbruch Gekürzt
1/2 × 3/4 1 × 3 = 3 2 × 4 = 8 3/8 3/8
2/3 × 3/5 2 × 3 = 6 3 × 5 = 15 6/15 2/5
4/7 × 7/8 4 × 7 = 28 7 × 8 = 56 28/56 1/2
5/6 × 2/3 5 × 2 = 10 6 × 3 = 18 10/18 5/9

Warum multipliziert man Zähler mit Zähler und Nenner mit Nenner?

Diese Regel folgt direkt aus der Definition des Bruchs als Division: a/b bedeutet a ÷ b. Multipliziert man zwei solcher Ausdrücke, ergeben die Kommutativität und Assoziativität der Multiplikation genau diese Struktur.

Betrachten wir es formal: (a/b) × (c/d) = (a ÷ b) × (c ÷ d). Da Multiplikation und Division assoziativ und kommutativ sind, darf man umordnen: (a × c) ÷ (b × d) = (a × c) / (b × d). Die Regel ist also kein Trick – sie ist mathematisch zwingend.

Anschaulich erklärt: Wenn du ein Viertel einer Fläche nimmst und davon wiederum die Hälfte, hast du ein Achtel der ursprünglichen Fläche. Hälfte × Viertel = ½ × ¼ = 1/8. Das stimmt perfekt mit der Formel überein und zeigt: Die Regel beschreibt reale Verhältnisse korrekt.

Expert Insight:

Die Multiplikationsregel für Brüche ist ein direktes Ergebnis der Axiome der rationalen Zahlen. In der abstrakten Algebra zeigt man, dass Q (die Menge der rationalen Zahlen) einen Körper bildet – und in diesem Körper ist die Multiplikation genau so definiert: (a/b) · (c/d) := (a·c)/(b·d). Die Schulregel ist also keine Vereinfachung, sondern die exakte formale Definition.

Wie multipliziert man einen Bruch mit einer ganzen Zahl?

Eine ganze Zahl wird als Bruch mit dem Nenner 1 geschrieben. Danach multiplizierst du ganz normal: Zähler mal Zähler, Nenner mal Nenner. Der Nenner 1 ändert den Wert nie.

Die ganze Zahl n lässt sich immer als n/1 darstellen. Damit gilt: (a/b) × n = (a/b) × (n/1) = (a × n) / (b × 1) = (a × n) / b. Praktisch bedeutet das: Multipliziere einfach den Zähler mit der ganzen Zahl. Der Nenner bleibt unverändert.

Beispiel: ¾ × 8

  1. a) Schreibe 8 als Bruch: 8/1
  2. b) Zähler: 3 × 8 = 24
  3. c) Nenner: 4 × 1 = 4
  4. d) Ergebnis: 24/4 = 6

Das Ergebnis 6 ist eine ganze Zahl – das kommt vor, wenn der Zähler ein Vielfaches des Nenners ist. Grundsätzlich kannst du aber auch direkt denken: „Drei Viertel von 8″ = 3 × 2 = 6. Beide Denkwege führen zum selben Ergebnis.

Wie multipliziert man gemischte Zahlen miteinander?

Gemischte Zahlen müssen vor der Multiplikation zwingend in unechte Brüche umgewandelt werden. Erst danach multiplizierst du wie gewohnt. Diesen Schritt auszulassen ist der häufigste Fehler bei gemischten Zahlen.

Eine gemischte Zahl wie 2½ bedeutet: 2 + ½. Um sie in einen unechten Bruch umzuwandeln, rechnest du: ganzer Anteil × Nenner + Zähler, alles über dem ursprünglichen Nenner.

Umwandlungsformel: a b/c = (a × c + b) / c

Beispiel: 2½ × 1⅓

  1. a) 2½ umwandeln: (2 × 2 + 1) / 2 = 5/2
  2. b) 1⅓ umwandeln: (1 × 3 + 1) / 3 = 4/3
  3. c) Multiplizieren: 5/2 × 4/3 = (5 × 4) / (2 × 3) = 20/6
  4. d) Kürzen: 20/6 ÷ 2 = 10/3
  5. e) Als gemischte Zahl: 3⅓
Expert Insight:

Ein häufiger Schülerfehler: Die ganzen Anteile werden getrennt multipliziert (2 × 1 = 2) und die Bruchanteile getrennt (½ × ⅓ = 1/6) – dann werden diese falsch addiert: 2 + 1/6. Das ergibt 2⅙, nicht 3⅓. Das korrekte Ergebnis liegt deutlich daneben. Immer erst umwandeln, dann multiplizieren!

Wie multipliziert man drei oder mehr Brüche gleichzeitig?

Bei drei oder mehr Brüchen multiplizierst du alle Zähler miteinander und alle Nenner miteinander. Die Reihenfolge spielt dank des Kommutativ- und Assoziativgesetzes keine Rolle.

Die Formel erweitert sich einfach: (a/b) × (c/d) × (e/f) = (a × c × e) / (b × d × f). Du kannst die Multiplikation in einem Schritt durchführen oder schrittweise – beide Wege liefern dasselbe Ergebnis.

Beispiel: ½ × ⅔ × ¾

  1. a) Alle Zähler: 1 × 2 × 3 = 6
  2. b) Alle Nenner: 2 × 3 × 4 = 24
  3. c) Bruch: 6/24
  4. d) Kürzen: ggT(6, 24) = 6 → 6/24 = 1/4

Tipp: Bei mehreren Brüchen lohnt es sich besonders, vor der Multiplikation kreuzweise zu kürzen. Das hält die Zahlen klein und vermeidet Rechenfehler bei großen Produkten.

Was ist Kürzen und wann solltest du es beim Multiplizieren anwenden?

Kürzen bedeutet, Zähler und Nenner eines Bruchs durch ihren größten gemeinsamen Teiler (ggT) zu dividieren, ohne den Wert des Bruchs zu verändern. Du kannst vor, während oder nach der Multiplikation kürzen.

Das Kürzen nach der Multiplikation ist immer möglich und sicher. Du bildest das Produkt vollständig, bestimmst den ggT von Zähler und Nenner des Ergebnisses und teilst beide durch diesen Wert.

Beispiel: 4/9 × 3/8 = 12/72 → ggT(12, 72) = 12 → 12/72 ÷ 12 = 1/6

Du solltest immer kürzen, wenn das Ergebnis kein vollständig gekürzter Bruch ist. In der Schule und in Prüfungen gilt ein ungekürztes Ergebnis oft nicht als vollständig richtig. Der vollständig gekürzte Bruch ist die Normalform.

Rohbruch ggT Gekürzter Bruch
6/15 3 2/5
12/72 12 1/6
20/6 2 10/3
28/56 28 1/2

Wie kannst du vor dem Multiplizieren kreuzweise kürzen?

Kreuzweises Kürzen (auch: diagonales Kürzen) erlaubt es dir, bereits vor der Multiplikation Zähler und Nenner zu kürzen – auch wenn sie zu verschiedenen Brüchen gehören. Das vereinfacht die Rechnung erheblich.

Das funktioniert, weil bei (a/b) × (c/d) das Produkt a × c über b × d steht. Teiler, die in a und d oder in c und b stecken, lassen sich vorab herauskürzen. Du kürzt also diagonal: Zähler des ersten Bruchs mit Nenner des zweiten Bruchs – und umgekehrt.

Beispiel: 4/9 × 3/8

  1. a) Prüfe: Haben 4 (Zähler links) und 8 (Nenner rechts) einen gemeinsamen Teiler? Ja: 4. → 4 ÷ 4 = 1, 8 ÷ 4 = 2
  2. b) Prüfe: Haben 3 (Zähler rechts) und 9 (Nenner links) einen gemeinsamen Teiler? Ja: 3. → 3 ÷ 3 = 1, 9 ÷ 3 = 3
  3. c) Neue Brüche: 1/3 × 1/2
  4. d) Multiplizieren: 1 × 1 = 1, 3 × 2 = 6 → Ergebnis: 1/6

Ohne kreuzweises Kürzen: 4/9 × 3/8 = 12/72 → kürzen → 1/6. Gleiches Ergebnis, aber mit kreuzweisem Kürzen rechnest du mit viel kleineren Zahlen. Das spart Zeit und verhindert Fehler.

Expert Insight:

Kreuzweises Kürzen basiert auf dem Kommutativgesetz der Multiplikation: Da a × c × b × d = a × d × c × b, kannst du Paare aus beliebigen Zählern und Nennern bilden, die gemeinsame Teiler haben – unabhängig davon, zu welchem Bruch sie ursprünglich gehörten. Das ist mathematisch exakt korrekt, nicht nur ein Rechentrick.

Welche typischen Fehler machen Schüler beim Multiplizieren von Brüchen?

Die häufigsten Fehler beim Brüche multiplizieren: gemeinsamen Nenner bilden (wie bei der Addition), gemischte Zahlen nicht umwandeln, falsch kürzen oder vergessen zu kürzen. Alle diese Fehler lassen sich durch Grundlagenverständnis vermeiden.

Hier die fünf häufigsten Fehlerquellen im Detail:

  1. a) Nenner gleichnamig machen: Schüler bilden irrtümlich einen gemeinsamen Nenner wie bei der Addition. Beispiel: ½ × ⅓ wird zu 3/6 × 2/6 = 6/6 = 1 (falsch!). Richtig: ½ × ⅓ = 1/6.
  2. b) Gemischte Zahlen nicht umwandeln: 2½ × 1⅓ wird fälschlich als (2 × 1) + (½ × ⅓) = 2 + 1/6 berechnet. Richtig: erst umwandeln in 5/2 × 4/3 = 10/3 = 3⅓.
  3. c) Falsch kürzen: Nur Zähler oder nur Nenner werden durch eine Zahl geteilt, ohne den jeweils anderen Term anzupassen. Das verändert den Wert des Bruchs.
  4. d) Nicht kürzen: Das Ergebnis bleibt als ungekürzter Bruch stehen. In Prüfungen führt das zu Punktabzug.
  5. e) Vorzeichen vergessen: Bei negativen Brüchen wird das Vorzeichen des Ergebnisses falsch bestimmt. Merke: negativ × negativ = positiv; negativ × positiv = negativ.

Wie unterscheidet sich das Multiplizieren von Brüchen vom Addieren?

Der fundamentale Unterschied: Beim Addieren brauchst du einen gemeinsamen Nenner und veränderst nur die Zähler. Beim Multiplizieren brauchst du keinen gemeinsamen Nenner und multiplizierst Zähler und Nenner separat.

Merkmal Addition von Brüchen Multiplikation von Brüchen
Gemeinsamer Nenner nötig? Ja, zwingend Nein, nie
Was wird verknüpft? Nur Zähler werden addiert Zähler × Zähler, Nenner × Nenner
Ergebnis bei ½ + ⅓ 3/6 + 2/6 = 5/6
Ergebnis bei ½ × ⅓ 1/6
Ergebnis kleiner oder größer? Immer größer (bei positiven Brüchen) Meist kleiner als beide Ausgangswerte
Erweitern nötig? Oft ja Nein

Ein hilfreicher Merksatz: Bei der Addition veränderst du die Brüche, um sie vergleichbar zu machen. Bei der Multiplikation verwendest du die Brüche direkt. Dieser Unterschied ist das Kernproblem bei der Verwechslung beider Operationen.

Wie wendest du das Multiplizieren von Brüchen in Textaufgaben an?

In Textaufgaben signalisiert das Wort „von“ meist eine Multiplikation. „Ein Drittel von drei Vierteln“ bedeutet: ⅓ × ¾. Das Erkennen dieser Schlüsselwörter ist entscheidend für die richtige Aufstellung des Rechenwegs.

Textaufgaben mit Brüchen folgen oft klaren Mustern. Die wichtigste Erkennungsregel: Steht „von“ zwischen zwei Bruchzahlen oder zwischen einer Bruchzahl und einer Gesamtmenge, ist Multiplikation gefragt.

Beispiel 1: „Eine Flasche enthält ¾ Liter Saft. Lena trinkt ⅔ davon. Wie viel trinkt sie?“

  1. a) Erkennen: „⅔ davon“ = ⅔ × ¾
  2. b) Multiplizieren: (2 × 3) / (3 × 4) = 6/12
  3. c) Kürzen: 6/12 = ½
  4. d) Antwort: Lena trinkt ½ Liter Saft.

Beispiel 2: „Ein Grundstück ist 2½ km lang und 1⅓ km breit. Wie groß ist die Fläche?“

  1. a) Umwandeln: 2½ = 5/2; 1⅓ = 4/3
  2. b) Multiplizieren: (5 × 4) / (2 × 3) = 20/6
  3. c) Kürzen: 20/6 = 10/3
  4. d) Antwort: Die Fläche beträgt 10/3 km² = 3⅓ km².
Expert Insight:

In standardisierten Tests (z. B. PISA, VERA) scheitern viele Schüler nicht an der Rechenregel selbst, sondern am Übertragen einer Textaufgabe in eine mathematische Operation. Das Schlüsselwort „von“ bei Brüchen ist dabei der entscheidende Hinweis. Trainiere gezielt das Lesen und Übersetzen von Texten in Rechenausdrücke.

Welche Übungsaufgaben helfen dir, Brüche multiplizieren zu üben?

Starte mit einfachen Brüchen, steigere dich zu gemischten Zahlen und Textaufgaben. Strukturiertes Üben in aufsteigenden Schwierigkeitsstufen festigt das Können nachhaltig. Hier sind konkrete Aufgaben für drei Niveaus.

Niveau 1 – Einfache Brüche:

  1. a) ½ × ¼ = ?
  2. b) ⅔ × ¾ = ?
  3. c) 3/5 × 5/9 = ?
  4. d) 7/8 × 4/7 = ?

Niveau 2 – Mit ganzen Zahlen und gemischten Zahlen:

  1. a) ¾ × 12 = ?
  2. b) 1½ × 2⅔ = ?
  3. c) 3¼ × 1⅕ = ?
  4. d) 2⅓ × 6 = ?

Niveau 3 – Drei Brüche und Textaufgaben:

  1. a) ½ × ⅔ × ¾ = ?
  2. b) Ein Behälter fasst ⅘ l. Davon ist ½ gefüllt. Wie viel Flüssigkeit ist drin?
  3. c) 1⅔ × 2¼ × ⅖ = ?

Lösungen Niveau 1: a) 1/8 | b) 1/2 | c) 1/3 | d) 1/2

Lösungen Niveau 2: a) 9 | b) 4 | c) 3 9/10 | d) 14

Lösungen Niveau 3: a) 1/4 | b) 2/5 l | c) 1

Wie überprüfst du dein Ergebnis beim Multiplizieren von Brüchen?

Das Ergebnis einer Bruchmultiplikation lässt sich durch Division überprüfen: Teile das Ergebnis durch einen der Ausgangsfaktoren – du musst den anderen Faktor erhalten. Außerdem hilft die Plausibilitätsprüfung: Das Produkt zweier echter Brüche ist immer kleiner als beide Faktoren.

Es gibt drei zuverlässige Überprüfungsmethoden:

  1. a) Probe per Division: Wenn a/b × c/d = e/f, dann muss gelten: e/f ÷ a/b = c/d. Rechne die Probe durch und vergleiche.
  2. b) Plausibilitätsprüfung: Das Produkt zweier positiver echter Brüche (Wert zwischen 0 und 1) muss immer kleiner als beide Ausgangsfaktoren sein. Ist dein Ergebnis größer, hast du einen Fehler gemacht.
  3. c) Dezimalvergleich: Wandle Zähler und Nenner aller beteiligten Brüche in Dezimalzahlen um und führe die Multiplikation als Kommazahlenrechnung durch. Stimmt der Dezimalwert deines Ergebnisses überein, ist die Rechnung korrekt.

Beispiel Probe: ⅔ × ¾ = 6/12 = ½. Probe: ½ ÷ ⅔ = ½ × 3/2 = 3/4 ✓

Dezimalprobe: ⅔ ≈ 0,667 × ¾ = 0,75 → 0,667 × 0,75 ≈ 0,5 → ½ als Dezimalwert = 0,5 ✓

Expert Insight:

Die Plausibilitätsprüfung ist die schnellste Methode und wird in der Didaktik als „Sanity Check“ bezeichnet. Sie erfordert keine weitere Rechnung – nur das mentale Verständnis, dass Multiplikation mit einem echten Bruch immer verkleinert. Wer diesen Check verinnerlich hat, erkennt grobe Fehler sofort.

Häufige Fragen

Kann das Ergebnis einer Bruchmultiplikation größer sein als die Ausgangswerte?

Ja – wenn mindestens ein Faktor größer als 1 ist (unechter Bruch oder gemischte Zahl). Zum Beispiel: ½ × 6/1 = 3. Das Ergebnis 3 ist größer als ½. Sind beide Faktoren echte Brüche (Wert zwischen 0 und 1), ist das Produkt immer kleiner als beide Faktoren.

Muss ich beim Multiplizieren von Brüchen immer kürzen?

Kürzen ist kein Pflichtschritt für die Richtigkeit, aber ein Qualitätsmerkmal. In Prüfungen gilt ein gekürzter Bruch als vollständige Lösung. Ein ungekürztes Ergebnis wie 6/12 statt ½ ist mathematisch korrekt, aber formal unvollständig und führt oft zu Punktabzug.

Was passiert, wenn ein Bruch den Zähler 0 hat?

Ein Bruch mit Zähler 0 hat den Wert 0 (solange der Nenner ≠ 0 ist). Multipliziert man ihn mit einem beliebigen anderen Bruch, ist das Ergebnis immer 0. Beispiel: 0/5 × 7/3 = (0 × 7) / (5 × 3) = 0/15 = 0.

Wie multipliziert man negative Brüche?

Die Rechenregel bleibt gleich: Zähler mal Zähler, Nenner mal Nenner. Zusätzlich gelten die Vorzeichenregeln: negativ × negativ = positiv; negativ × positiv = negativ. Beispiel: (–2/3) × (–3/4) = (–2 × –3) / (3 × 4) = 6/12 = ½.

Warum ist ½ × ½ nicht gleich 1?

Weil Multiplikation hier nicht „doppelt so viel“ bedeutet, sondern „die Hälfte von der Hälfte“. ½ × ½ = (1 × 1) / (2 × 2) = 1/4. Das Ergebnis 1 wäre nur bei ½ + ½ korrekt – das ist die klassische Verwechslung von Addition und Multiplikation bei Brüchen.

Fazit

Das Multiplizieren von Brüchen folgt einer einzigen, klaren Regel: Zähler mit Zähler, Nenner mit Nenner. Kein gemeinsamer Nenner, kein Erweitern – nur direktes Multiplizieren und anschließendes Kürzen. Gemischte Zahlen wandelst du vorher in unechte Brüche um. Kreuzweises Kürzen vor der Rechnung hält die Zahlen handhabbar. Wer diese Prinzipien versteht – nicht nur auswendig lernt – löst jede Aufgabe zu Bruchmultiplikation sicher, schnell und fehlerfrei. Nutze die Übungsaufgaben aus diesem Artikel systematisch, um dein Können von Stufe zu Stufe aufzubauen.

Felix Braun

Redakteur/in

Felix Braun ist Karriereberater, Alumni-Netzwerker und ehemaliger Personalreferent bei einem DAX-Unternehmen. Er kennt beide Seiten des Bewerbungsprozesses und hilft Studierenden dabei, den Übergang vom Campus in die Arbeitswelt erfolgreich zu meistern. Sein Fokus: Bewerbungsstrategien, LinkedIn-Optimierung und Praktika im In- und Ausland.

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